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Wieder ein Operetten - Volltreffer im Stadttheater

Paul Abrahams „Victoria und ihr Husar“

Das bewährte Team um Hannes Moscher (musikalische Leitung ) und Horst Zander (Regie) konnte neuerlich im Rahmen der nun schon traditionellen Operetteninszenierungen in Leoben einen durchschlagenden Erfolg verbuchen. Schon die Premiere des Welterfolges „Viktoria und ihr Husar“ von Paul Abraham ging vielversprechend vor ausverkauftem Haus über die Bühne. Die weiteren Aufführungen – ohnehin schon stark gefragt – sollten eigentlich nicht minder im Publikum, das selbst von auswärts herbeiströmt, angenommen werden.
Dabei ist dieses Werk gar nicht so einfach, überzeugend zu gestalten, denn Abraham folgte zwar noch immer den Spuren Kalmans oder Lehars, verbindet aber den Eindruck mit zahlreichen, damals als modern angesehenen Tanzrhythmen. Viele Melodien dieses Werkes zählen auch heute noch zu beliebten „Ohrwürmern“, wie etwa „Mausi, süß warst du heute Nacht“ oder „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ und stellen einen reizvollen Kontrast zu den ungarisch gefärbten Klängen dar. Hier wird von den Protagonisten, dem Orchester und dem Dirigenten schon ein hohes Maß an Flexibilität und Konzentration gefordert. Und das ist in Leoben bestens gelungen.

Beginnen wir einmal mit dem „Rundherum“ der Aufführung. Da war einmal für so ein kleines Haus wie Leoben das Bühnenbild zu gestalten: Sibirien, Japan, Petersburg und das ungarische Doroszma. Mit einem sehr durchdachten und auch rasch handzuhabenden Bild von Frieder Klein in der akribischen Ausführung des Leobener Horst Angerer ist das bewundernswert gelungen. Die Kostüme von Gabriele Zander, die auch für die Produktionsleitung verantwortlich zeichnete, ließen keine Wünsche offen und waren geschmackvoll. Einmal mehr demonstrierte Else Kalista – in Zusammenarbeit mit Thomas Ebner – was choreographisch auf dem engen Raum der Leobener Bühne (lichte Weite etwa acht Meter) eindrucksvoll herausgeholt werden kann. In guter Abstimmung wirkte noch die musikalische Einstudierung von Laszló Gyüker, der das Feingefühl für das Ungarische ohne Kitsch – wie auch die anderen – erfasste.

Und die Darsteller: Alexander M. Murer, ein wirklich vornehmer Gesandter Cunlight – Christiane Riedl (als seine Gattin Victoria) nach etwas verhaltenem Beginn ein strahlender Mittelpunkt – Andreas Sauerzopf (Graf Ferry Hegedüs) und Jennifer Treuch (seine Braut), sowie Harald Wurmsdobler (Janczi) und Teresa Sophie Puhrer (Riquette) zwei Buffo – Paare die herzerfrischend über die Bühne wirbelten – und schließlich Karl Heinz Tinti, der mit seinen 90 Lenzen einen überzeugenden Bürgermeister Pörkelty mit leichter „Schlagseite“ auf die Bühne stellte. Chor und Ballett vervollständigten eine rundum überzeugende Besetzung. =kk=

Nachtrag:
In der Fülle positiver Eindrücke in dieser gelungenen Operetten - Inszenierung wäre der Hauptprotagonist Fausto Reinhart als energisch auftretender Husaren- Rittmeister Koltay beinahe vergessen worden. Und das wäre unverzeihlich, denn gerade diese Rolle zwischen temperamentvollen ungarischen Offizier und diffizilen, lyrischen Liebhaber verlangte eine sichere und ausdrucksvolle Stimmführung, die ihm bestens gelang.