Hoffnungs(t)raum Phantastisch – Eine Reise durch die phantastische Kunst | Bezirksnachrichten Leoben – Leoben-Prompt

Hoffnungs(t)raum Phantastisch – Eine Reise durch die phantastische Kunst

Die Kunsthalle Leoben präsentiert seit 5. Mai bis 17. September 2017 „phantastische“ Kunstwerke aus nationalen und internationalen Museen und Sammlungen, die in dieser Fülle und Komplexität noch nie zu sehen waren. In enger Zusammenarbeit mit dem Phantastenmuseum Wien zeigt die Ausstellung neue und differenziertere Zugänge zum Thema. Anhand zahlreicher Beispiele der internationalen sowie der heimischen Kunstszene der Gegenwart und Vergangenheit wird ein Bogen gespannt, der die Kunst des Phantastischen eindrucksvoll darstellt, weiter führt und spannende Erklärungsversuche anbietet.

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung in der Kunsthalle Leoben stellte der Gesamtgestalter der Ausstellung, Prof. Gotthard Fellerer, die Frage in den Raum, welche Ideenfelder die Künstler bewegten, welche Einflüsse aus früheren Jahrhunderten sie beeinflussten und wie sie den „Hoffnungs(t)raum Phantastisch“ interpretieren. Dazu erläuterte er: „Schon immer kreisten die Gedanken der Menschen um Himmel und Hölle, um Sein und Nichtsein, um Tag und Nacht, das Diesseits und das Jenseits. Visionen und Phantasie beleben nach wie vor die Geister und Künstler wie Hieronymus Bosch lassen uns auch heute noch an Hexenfesten und Höllenstürzen teilhaben. Dante Alighieri überschritt in seiner göttlichen Komödie die Schwellen zu Himmel und Hölle und Jules Verne reiste mit einem Dampfschiff zum Mond.“

Ergänzend meinte Prof. Fellerer, dass das Phantastische weder fass- noch greifbar und dennoch existent sei: „Wenn wir gemäß den Erkenntnissen der neuesten Wissenschaft davon ausgehen können, dass wir nur 4% des Existierenden erfassen können, so bleiben 96% im Unfassbaren, im Phantastischen, das nur gespürt und in uns entdeckt werden kann. Das Phantastische ist damit nur ein scheinbarer Gegenentwurf zur Norm, zum Bekannten und Bewussten. Tatsächlich ist es eine Ergänzung. Das Phantastische gibt der Hoffnung Raum, ist heilbringendes Rückzuggebiet vom banalen Alltag, ist Tor zum Neuen, zum Innovativen und ist Impulsgeber für Kreativität. Die Welt des Phantastischen ist bunt, vielfältig und regt das Abenteuer im Kopf an.“

Die Leiterin der Kunsthalle Leoben, Mag.a Susanne Leitner-Böchzelt, meint ergänzend zu den Exponaten: „Vorrangig verbindet man wohl jene Künstlerpioniere, die als Vertreter der so genannten „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ Weltgeltung erlangten, mit dem Begriff „phantastisch“. Es sind dies Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter, Arik Brauer, Rudolf Hausner, Anton Lehmden, aber auch Helmut Leherb und Friedensreich Hundertwasser, die mit einzelnen Hauptwerken in der Ausstellung vertreten sind. Dem Kurator war es ein Anliegen, diesen Begriff des „Phantastischen“ wesentlich weiter zu fassen.

Und so sind neben zahlreichen erklärenden Einblicken in die künstlerischen und wissenschaftlichen Strömungen und Entwicklungen der Vergangenheit auch Arbeiten anderer wichtiger VertreterInnen der lebendigen Kunstszene, die schlichtweg im weitesten Sinne als „phantastisch“ bezeichnet werden können, in der Ausstellung zu sehen. Es sind dies Elisabeth von Samsonow, Gunter Damisch, Günter Brus, Anna Stangl, Wander Bertoni, u.a.“

Für Bürgermeister Kurt Wallner wird mit der diesjährigen Ausstellung ein neuer Weg beschritten: „Fast 1,5 Mio. Besucher haben unsere kulturhistorischen Ausstellungen seit 1998 besucht. Darauf können wir stolz sein! Mit der Phantastenausstellung begeben wir uns auf eine spannende Spurensuche in einem ganz anderen Bereich: Welche Ideenfelder bewegten diese Künstler, welche Einflüsse aus früheren Jahrhunderten beeinflussten sie und wie interpretieren sie den Hoffnungs(t)raum „Phantastisch“? Damit möchten wir zusätzlich zu den zahlreichen Stammkunden der Kunsthalle eine neue Zielgruppe ansprechen. Und dass diese Ausstellungen inzwischen ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt und die Region geworden sind, steht längst außer Zweifel. Zu danken gilt es neben dem Gesamtgestalter der Ausstellung, Herrn Prof. Gotthard Fellerer, dem Phantastenmuseum Wien und den zahlreichen Leihgebern vor allem den Sponsoren, ohne deren finanzielle Unterstützung ein Projekt wie dieses in der heutigen Zeit nicht mehr realisierbar wäre, sowie den für die Umsetzung der Ausstellung Verantwortlichen vor Ort.“

„Die Ausstellung schlägt einen Bogen, ausgehend von uralten Menschheitsmythen bis hin zu Werken der Gegenwartskunst, die sich an das bekannt „Phantastische“ ankoppeln. Diese »Zeitreise« wird anhand hochkarätiger Kunstwerke und historischer Knotenpunkte erlebbar gemacht, sie ist konzeptionell als virtueller Spaziergang angelegt, der alle Sinne anspricht“, spricht Kulturreferent GR Johannes Gsaxner einen wesentlichen Aspekt von »Hoffnungs(t)raum Phantastisch« an.
(+)

Kontakt:
Kunsthalle Leoben, 8700 Leoben, Kirchgasse 6
E: kunsthalle@leoben.at
www.kunsthalle-leoben.at

Anmeldungen unter:
T: +43(0)3842/4062-408
F:+43(0)3842/4062-410

Öffnungszeiten:
5. Mai-17. September 2017
Di-So, 10.00-17.00 Uhr



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