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Das neuestadttheater „Ledergfriess – unplugged“ Das war selbst für Routinierte „starker Tobak“

„Das neuestadttheater“ Leoben – nunmehr in seiner zweiten Saison – ist als zeitgenössisches, spannendes Theater besonders für junge Menschen gedacht. Das Stück „Lederfresse“ (oder Österreichisch „Ledergfriess” von Helmut Krausser erlebte seine Uraufführung 1994 am Thalia Theater Hamburg 1994. Es erfuhr in der folgenden Spielsaison 17 Inszenierungen an in- und ausländischen Bühnen sowie 250 Aufführungen auf vier Kontinenten (Peking, New York, Paris, Riga, London und Tiflis).
Es ist somit ein vielbeachtetes Stück von Helmut Krausser, der bereits auf 33 Buchpublikationen zurückblicken kann. Es müsste also vor allem auf junge Menschen wirken. Nun die Wirkung in Leoben war nicht nachhaltig, denn es hatten sich kaum fünfzig Besucher/Innen eingefunden, unter denen das gewohnte Publikum so gut wie kaum vertreten war – hatten sie gespürt, was sie da erwartet hätte? Auf die Frage, wie es ihm gefallen habe, antwortete ein etwa 14- jähriger Theaterbegeisterter sehr verhalten: „modern, sehr modern.“

Ob er damit ausdrücken wollte, dass er die Symbolkraft des Stückes nur schwer verstanden hatte? Immerhin brachte der Protagonist zum Ausdruck „Bin ich ein Psychopath“. Und der Autor selbst meinte: “ Lederfresse behandelt mein Lieblingsthema: die chronischen Angstzustände der aus den Fugen brechenden Westwelt, die daraus entstehenden Masken und Mutationen, die völlige Aufhebung der Wirklichkeit von der Simultation.“ „Er“ (Christian Ruck). ein Möchtegernschriftsteller, „Sie“ (Karin Gschiel) eine Kellnerin die säuft und ihn eines Tages beim Ausleben seiner Zwangsvorstellung überrascht. Es waren schwere und schwüle Albträume die schließlich in einem nebelhaften Schlussakkord des Regisseurs endeten. Zeitweise hatte man das Gefühl in der Konsultation eines Psychiaters zu sitzen. Bewundernswert das darstellerische Engagement der Protagonisten – weniger verständlich so manche Lacher im Publikum!
Foto: Klara Kraus =kk=

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