Schitourengeher: Forstwirtschaft und Jägerschaft verlangen „Fair Play“
20. Jan 2010/12:58/ Abgelegt
in:Allgemein
Trendsport
„Schitourengehen“ bringt große Konflikte mit der Natur
Konfliktpotenziale steigen. „Schitourengehen“ erfreut sich immer
größerer Beliebtheit. Bis zu 700.000 Österreicherinnen und
Österreicher üben mittlerweile diese Sportart aktiv
aus.
Die Zuwachsraten
liegen jährlich bei drei bis fünf Prozent. „Mit zunehmender
Beliebtheit steigen jedoch die Konfliktpotenziale mit der Natur,
insbesondere mit dem Wald und den Wildtieren“, zeigt
Landwirtschaftskammer- Vizepräsident Johann Resch auf und verlangt
daher von den Schitourengehern „Fair Play“. Weiters appelliert er
an die Schitourengeher einen Verhaltens-Codex einzuhalten, um
Schäden am Wald, bei den Wildtieren und in der Natur zu
vermeiden.
Auswirkungen auf den Wald. „Durch unvorsichtiges Abfahren können Schitourengeher große Schäden an Jungwäldern und Aufforstungsflächen anrichten“, unterstreicht Resch ferner. So werden beim Schifahren im Wald insbesondere die jungen Bäume von den scharfen Schikanten beschädigt oder zerstört. In der Folge verkrüppeln die Bäume und werden schneller von Pilzen befallen. „Die Schutzfunktion des naturnahen Bergwaldes kann so verloren gehen. Ein Baum braucht bis zu 50 Jahre bis er uns vor Naturgefahren schützen kann. Lawinen, Steinschläge und Muren werden folglich zu einer zunehmenden Gefahr“, warnt der Vizepräsident.
Wild wird gestört. Die Folgen: Wald wird geschädigt. „Große Schäden am Wald können auch durch Wildtiere entstehen, die durch ‚Schitourengeher’ gestört werden“, führt Resch weiter aus. Landesjägermeister Heinz Gach erklärt: „Ein flüchtendes Wildtier hat einen erhöhten Energieverbrauch, den es nach der Flucht decken muss. Beunruhigte Wildtiere verbrauchen bei der Flucht bis zu zehnmal mehr Energie als im Ruhezustand. Das führt zu einem gesteigerten Nahrungsbedarf des Wildes, was folglich zu zusätzlichen Verbiss- und Schälschäden an den Bäumen führt“, erläutert der Landesjägermeister.
„Immer mehr Menschen zieht es in ihrer Freizeit hinaus in die Natur. ‚Schitourengehen’ wird immer populärer. Doch der zunehmende Wintersport führt auf engem Raum naturgemäß zu unterschiedlichen Nutzungsinteressen. In sensiblen Bereichen – gefährdete Tierwelt und generell im Jungwald – können Lenkungsmaßnahmen zweckmäßig sein“, bestätigt Norbert Hafner, Vorsitzender des Österreichischen Alpenvereins, Landesverband Steiermark. Mit ein wenig Rücksicht lassen sich Konflikte vermeiden und damit aktive Naturerlebnisse so richtig genießen.
Verhaltens-Codex für Schitourengeher
Zehn goldene Regeln im Umgang mit der Natur
1) Markierte Wege. Auf offiziellen Schirouten, Wegen und markierten Wegen
bleiben.
2) Abfahrten abseits der Markierungen verboten. Im Bereich von
Aufstiegshilfen ist das Abfahren mit Schiern im Wald abseits der markierten
Pisten oder Schirouten verboten.
3) Jungwald meiden. Niemals durch Aufforstungs- und Jungwuchsflächen fahren.
4) Lichte Althölzer meiden. Nicht durch lichte Althölzer fahren, da dort häufig
bereits eine Waldverjüngung erfolgt.
5) Genug Schnee. Schitouren nur bei ausreichender Schneelage durchführen.
6) Schneearme Stellen umfahren. Schneearme, abgeblasene Stellen umfahren
oder Schier abschnallen und zu Fuß gehen.
7) Hinweistafeln beachten. Bei der Tourenauswahl auf die bestehenden
Regelungen achten; Informationstafeln, Hinweise und Markierungen im Gelände
beachten.
8) Wildtieren ausweichen. Den Wildtieren nach Möglichkeit ausweichen und
diese nur aus der Distanz beobachten.
9) Lärm vermeiden. Fütterungsstellen und Ruhezonen für Wildtiere respektieren
und umgehen sowie Lärm vermeiden.
10) Richtige Zeitplanung. Aufenthalt in der Natur nicht vor Sonnenaufgang und
nach Sonnenuntergang sowie den Aufenthalt in der Dämmerung vermeiden. Sie
ist für die Wildtiere die Zeit der Nahrungsaufnahme und der Ruhephase.
Auswirkungen auf den Wald. „Durch unvorsichtiges Abfahren können Schitourengeher große Schäden an Jungwäldern und Aufforstungsflächen anrichten“, unterstreicht Resch ferner. So werden beim Schifahren im Wald insbesondere die jungen Bäume von den scharfen Schikanten beschädigt oder zerstört. In der Folge verkrüppeln die Bäume und werden schneller von Pilzen befallen. „Die Schutzfunktion des naturnahen Bergwaldes kann so verloren gehen. Ein Baum braucht bis zu 50 Jahre bis er uns vor Naturgefahren schützen kann. Lawinen, Steinschläge und Muren werden folglich zu einer zunehmenden Gefahr“, warnt der Vizepräsident.
Wild wird gestört. Die Folgen: Wald wird geschädigt. „Große Schäden am Wald können auch durch Wildtiere entstehen, die durch ‚Schitourengeher’ gestört werden“, führt Resch weiter aus. Landesjägermeister Heinz Gach erklärt: „Ein flüchtendes Wildtier hat einen erhöhten Energieverbrauch, den es nach der Flucht decken muss. Beunruhigte Wildtiere verbrauchen bei der Flucht bis zu zehnmal mehr Energie als im Ruhezustand. Das führt zu einem gesteigerten Nahrungsbedarf des Wildes, was folglich zu zusätzlichen Verbiss- und Schälschäden an den Bäumen führt“, erläutert der Landesjägermeister.
„Immer mehr Menschen zieht es in ihrer Freizeit hinaus in die Natur. ‚Schitourengehen’ wird immer populärer. Doch der zunehmende Wintersport führt auf engem Raum naturgemäß zu unterschiedlichen Nutzungsinteressen. In sensiblen Bereichen – gefährdete Tierwelt und generell im Jungwald – können Lenkungsmaßnahmen zweckmäßig sein“, bestätigt Norbert Hafner, Vorsitzender des Österreichischen Alpenvereins, Landesverband Steiermark. Mit ein wenig Rücksicht lassen sich Konflikte vermeiden und damit aktive Naturerlebnisse so richtig genießen.
Verhaltens-Codex für Schitourengeher
Zehn goldene Regeln im Umgang mit der Natur
1) Markierte Wege. Auf offiziellen Schirouten, Wegen und markierten Wegen
bleiben.
2) Abfahrten abseits der Markierungen verboten. Im Bereich von
Aufstiegshilfen ist das Abfahren mit Schiern im Wald abseits der markierten
Pisten oder Schirouten verboten.
3) Jungwald meiden. Niemals durch Aufforstungs- und Jungwuchsflächen fahren.
4) Lichte Althölzer meiden. Nicht durch lichte Althölzer fahren, da dort häufig
bereits eine Waldverjüngung erfolgt.
5) Genug Schnee. Schitouren nur bei ausreichender Schneelage durchführen.
6) Schneearme Stellen umfahren. Schneearme, abgeblasene Stellen umfahren
oder Schier abschnallen und zu Fuß gehen.
7) Hinweistafeln beachten. Bei der Tourenauswahl auf die bestehenden
Regelungen achten; Informationstafeln, Hinweise und Markierungen im Gelände
beachten.
8) Wildtieren ausweichen. Den Wildtieren nach Möglichkeit ausweichen und
diese nur aus der Distanz beobachten.
9) Lärm vermeiden. Fütterungsstellen und Ruhezonen für Wildtiere respektieren
und umgehen sowie Lärm vermeiden.
10) Richtige Zeitplanung. Aufenthalt in der Natur nicht vor Sonnenaufgang und
nach Sonnenuntergang sowie den Aufenthalt in der Dämmerung vermeiden. Sie
ist für die Wildtiere die Zeit der Nahrungsaufnahme und der Ruhephase.


















