Die kleine Welt wie wir sie sehen sollen | Bezirksnachrichten Leoben – Leoben-Prompt

Die kleine Welt wie wir sie sehen sollen

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Montag morgen und die Online-Welt ist voller Propaganda. Ob nah, ob fern, die Welt um einen herum wird medial einfach anders dargestellt als sie in Wirklichkeit ist. Je nach Bedarf wird polemisiert, schön geschrieben oder verteufelt. Beim Verbreiten welcher Nachricht auch immer, spielen wohl die größte Rolle die Kanäle selbst. Seien es nun Zeitungen, deren Meinung man sich erkaufen kann oder einfach Gesinnungs- oder Parteigenossen die zwar ganz findig, aber sehr einfach zu durchschauen, jemandem nach dem Mund schreiben. Nach dem Motto: Sehr brav, dafür bekommst ein like! Ob Rot, ob Schwarz, ob Blau – alle tun es. 
Wenn sich heute z.B. die FPÖ selbst lobt was sie nicht großartiges erreicht hat im Leobener Stadtrat, weil dieser jetzt beschlossen hat, dass Leobens Pflichtschüler für das Bahnschwimmen keine Gebühr zu entrichten brauchen, oder diverse Facebook-Präsenzen ohne Unterlass Artikel eines ganz bestimmten und immer wieder des selben Mediums genauso unreflektiert teilen wie so mancher SPÖ Bürgermeister. Etwas, das beispielsweise die ÖVP schon vor Jahrzehnten konnte. Damals waren es halt noch die eigenen Zeitungen, die auch recht einfach zuordenbar waren. Heute macht irgendjemand etwas mit Nachrichten und teilt „Neuigkeiten” über die ohnedies alle berichten, weil sie müssen, um wirtschaftlich und auch gesellschaftlich eine Existenzberechtigung zu haben – um dazu zugehören eben. Gehört man dazu, wenn man eigene Gedanken verfasst, eigene Inhalte generiert? Mit nichten, es sei denn man mag sie. Gemocht wird man, wenn man instrumentalisiert werden kann. Das geht auf zwei Arten, entweder man unterwirft sich finanzieller und/oder gesellschaftlicher Abhängigkeit oder simpler Hörigkeit. Das mit der Hörigkeit funktioniert vor allem in sozialen Netzwerken hervorragend. In der jeweiligen Informationsblase, die sich zwangsläufig aus einem bestimmten Freundeskreis und bevorzugter Informationsquellen ergibt, ist die gewonnene Erkenntnis immer die selbe. ICH HABE RECHT MIT MEINER VERMUTUNG UND DAS BESTÄTIGT SICH, WEIL ES MEIN VORBILD XY AUCH SO GESCHRIEBEN HAT.
 
Ich gebe ihnen ein ganz konkretes Beispiel: Am Freitag, dem 13. April ist in der Kleinen Zeitung ein Artikel darüber erschienen, was über die Montanstadt online in Reiseportalen geschrieben wird. Ganz ehrlich, mir hat der Hinweis dafür gefehlt, dass dieser Artikel bezahlt war. Wer in Leoben lebt und arbeitet muss sich über diesen Artikel einfach wundern. Da ist die Rede von einem „aufgemöbelten Museumsquartier” (?). Platz eins der TOP Sehenswürdigkeiten sei der Hauptplatz (dazu im nächsten Absatz mehr). Platz zwei und drei belegen Kunsthalle und MuseumsCenter (Anm. der Redaktion: EIN Gebäude) und in dieser Tonart geht es weiter, gespickt mit ein wenig Product Placement. Irgendwie muss sich dieser verzapfte Schmarrn ja auch mal rechnen.
 
Dieses Beispiel habe ich sehr bewußt gewählt, weil ich mit meiner Frau den Samstagnachmittag in der Stadt verbracht habe. Am Leobener Hauptplatz bei strahlendem Sonnenschein und bei Kaffee beobachtend, was denn da so los ist und wie die Menschen so sind, was sie tun. Das mach ich sehr gerne, denn es ist für mich der Spiegel der Gesellschaft. Zugegeben der Hauptplatz hätte etwas. Er ist groß und er ist … groß, ja genau und dann sind da noch Gastgärten. Ein paar riesige Schirme stehen eingeklappt herum und sehen aus wie Tannen aus Stoff. Darunter spielt ein Mädchen in pinkem Paillettenkleidchen. Zum Glück gibt es nirgends in der Nähe eine Sandkiste oder eine Schaukel wird sich ihre Mutter denken - wäre doch schade um das schöne Kleid. Auf den Fahnenmasten hängen Lautsprecher, die mir aus welchen Gründen auch immer eine Alarmsirene suggerieren. Keine Musik oder irgendwelche Durchsagen – nein, wozu auch? Generell aber ist an Wochentagen mit Sicherheit mehr los im Wohnzimmer der Stadt als letzten Samstag, und das ernüchtert doch ein wenig. Genau aus diesem Grund schreibe ich der Hauptplatz hätte etwas, er wäre schön wenn man ihn pflegt und richtig bespielt. Mit dem Geld, das die Stadt zum Beispiel für diese Touch-Info-Terminals ausgegeben hat, könnte man wohl ein paar Jahrzehnte den Strom für die Musikanlage bezahlen und man stelle sich nur einmal vor, wie viele Werbedurchsagen man da in eigener Sache machen könnte. Da gäbe es mit Sicherheit viele gute Ideen an die man, wenn man zu sehr mit der Politik und Günstlingen beschäftigt, ist wohl nicht denkt.
 
Abschließend sei geschrieben: Nein, ich will nicht jammern und auch die Stadt nicht schlecht machen, aber das reale Leben sieht nun mal anders aus als das in den Medien dargestellte und man könnte Dinge zum Positiven ändern, wenn man es nur beobachtet, erkennt und gezielt gegensteuert. Mit offenen Augen und Ohren durch die Stadt zu gehen, Verbesserungsvorschläge die Profis und Experten nicht einbringen, zu machen muss erlaubt sein. T.hinK.

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