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Schiller´s „Kabale und Liebe” in der Gegenwart

Ein Werk der Klassik – besser gesagt der „Sturm- und Drang- Periode“– so über zeugend in die Gegenwart zu übertragen wie in der Inszenierung von Manfred Weissensteiner, ist sehr bemerkenswert! Die Co- Produktion von Theater am Ortweinplatz und „Theater Mundwerk“ schuf ein faszinierendes Spiegelbild von Intrige, Machtgier und Befangenheit.
Sie war weniger eine Anklage gegen das Feudalsystem jener Zeit in der Friedrich Schiller das Werk schrieb, sondern eine empfindungs- und ausdrucksvolle Darstellung ohne Selbstzweck in der Gegen wart. Der Eindruck lag nur zum Teil in der Kraft des Wortes, denn die Personifizierung des Bösen kam deutlich in den choreographischen Bewegungen und der Musik zur Geltung.
Dramatisch stellten Manfred Weissensteiner (Stadtmusiker Miller), Martin Horn (in der Doppelrolle Sekretär Wurm/ Hofmarschall Kalb), Nadya Brachvogel (in dreifach Besetzung faszinierend als Millerin, Lady Milford und Präsident Walter), Matthias Olmer (Ferdinand, Sohn des Präsidenten) und Julia Schwarz (Luise Miller) ein modernes Bild skrupelloser Machenschaften in den Raum, das nur im Thema an Schiller „angelehnt“ war.

Angesichts der echten Dramatik wirkten einige „Lacher” im zahlreichen jugendlichen Publikum deplaziert. Insgesamt aber wieder ein wertvoller Mosaikstein im Rahmen der Reihe „das neuestadttheater“. ===klara kraus===