Stadttheater: ein amüsantes „Glas Wasser“
30. Mar 2010/08:45/ Abgelegt in:Kultur
Es war eine höchst amüsante Studie, wie Eugéne Scribe es blendend verstand, die Vaudeville-Komödie mit der Intrigen-Komödie so zu verbinden, dass er damit zum Mitbegründer der heutigen Boulevard-Komödie wurde. Seine brillante Technik verstand es, den relativ einfachen Inhalt so pointenreich politisch und historisch zu verarbeiten, dass Entscheidendes daraus entstand.
„Große Wirkungen, die durch kleine Ursachen hervorgerufen werden, das ist mein System“, dieser Ausspruch von Sir Henry, Viscount of Bolingbroke (sehr ausdrucksvoll und raffiniert von Erwin Ebenbauer dargestellt) umfasst bereits das gesamte Geschehen: Ende des Einflusses der Herzogin Marlborough (eine profiliertere Darstellung der intriganten ersten Hofdame könnte man sich gar nicht vorstellen) ist gleichzeitig Beendigung des englisch-französischen Krieges
- Sir Bolingbroke wird im Zuge der Umstrukturierung neuer Kanzler (anstelle von Herzog Marlborough, dem großen Kriegsverdiener) der kleine Gardeoffizier Masham bekommt seine angebetete Abigail, die Cousine der Herzogin (mit Andrea Bröderbauer ideal besetzt), die plötzlich auf den Platz der Herzogin vorrückt. Und das alles wegen eines Glas Wassers, das Parole für ein Rendezvous des kleinen Gardeoffiziers mit der Königin – bei gleichzeitigem Begehren der Herzogin nach dem verlockenden Jüngling – sein sollte. Doris Weiner in der Rolle der völlig desorientierten und beeinflussbaren Königin Anna sorgte für weitere Pointen.
Dieses köstliche Stück, das die Jahrhunderte überdauerte und mit Liselotte Pulver (Königin) und Hilde Krahl (Herzogin) unter der Regie von Helmut Käutner 1960 sogar verfilmt wurde, verfehlte bei knapper, aber sympathischer Bühnengestaltung (Hans Kudlich) unter der straffen Regie von Folke Braband auch in Leoben nicht seine Wirkung. „Die Intrige – wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden - ist der Humus der Gesellschaft“, stellt Sir Henry Bolingbroke schon zu Beginn fest und findet schließlich in der Erkenntnis „Reichtum verschafft Freiheit und Macht“ seine Bestätigung. So geschickt inszeniert wie „Das Glas Wasser“ im Stadttheater Leoben dargestellt wurde lässt die Zeit vergessen, die es seit seiner Uraufführung 1840 durchmessen hat. Foto Klara Kraus =kk=
- Sir Bolingbroke wird im Zuge der Umstrukturierung neuer Kanzler (anstelle von Herzog Marlborough, dem großen Kriegsverdiener) der kleine Gardeoffizier Masham bekommt seine angebetete Abigail, die Cousine der Herzogin (mit Andrea Bröderbauer ideal besetzt), die plötzlich auf den Platz der Herzogin vorrückt. Und das alles wegen eines Glas Wassers, das Parole für ein Rendezvous des kleinen Gardeoffiziers mit der Königin – bei gleichzeitigem Begehren der Herzogin nach dem verlockenden Jüngling – sein sollte. Doris Weiner in der Rolle der völlig desorientierten und beeinflussbaren Königin Anna sorgte für weitere Pointen.
Dieses köstliche Stück, das die Jahrhunderte überdauerte und mit Liselotte Pulver (Königin) und Hilde Krahl (Herzogin) unter der Regie von Helmut Käutner 1960 sogar verfilmt wurde, verfehlte bei knapper, aber sympathischer Bühnengestaltung (Hans Kudlich) unter der straffen Regie von Folke Braband auch in Leoben nicht seine Wirkung. „Die Intrige – wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden - ist der Humus der Gesellschaft“, stellt Sir Henry Bolingbroke schon zu Beginn fest und findet schließlich in der Erkenntnis „Reichtum verschafft Freiheit und Macht“ seine Bestätigung. So geschickt inszeniert wie „Das Glas Wasser“ im Stadttheater Leoben dargestellt wurde lässt die Zeit vergessen, die es seit seiner Uraufführung 1840 durchmessen hat. Foto Klara Kraus =kk=





















